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31.DEZ25. PETER SURAVA VOR 30 JAHREN REHABILITIERT UND VERSTORBEN (Novitats)

  • 5. März
  • 2 Min. Lesezeit




































Peter Surava (1912-1995): Vor 30 Jahren rehabilitiert und verstorben


Von Mario Candreia *

Ich durfte am 8. Mai 1995 mit Peter Surava ein längeres Gespräch führen. Wenige Monate später hörte das Herz von Hans Werner Hirsch auf zu schlagen.

Als 28-Jähriger übernahm er die Chefredaktion der Wochenzeitung «Die Nation». Unter seiner Federführung steigerte die Zeitung ihre Auflage in vier Jahren von 8'000 Exemplaren auf 120'000. Dies hatte einen Grund. Peter Surava war eine zentrale Figur des Widerstands in der Schweiz. Er stellte sich entschieden gegen den Nationalsozialismus, gegen die Pressezensur und setzte sich für eine Flüchtlingspolitik ein, die der menschlichen Würde verpflichtet war. Der junge und aufstrebende Journalist hatte viele Bewunderer, aber auch mächtige Feinde aus Bundesbern. Er deckte eindeutig und zweifelsfrei die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg auf.

 

Rechtsstaat konnte Peter Surava nicht ausreichend schützen

Durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte Peter Surava wurde mir die Bedeutung des Rechtsstaats besonders bewusst. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich – unabhängig von Herkunft, Religion und Meinung. Um Machtmissbräuche zu verhindern sind Legislative, Exekutive und Judikative getrennt. Der Rechtsstaat gilt ganz besonders für die Gerichte, denn sie sind ein zentrales Element der demokratischen Schweiz.

Wie sah dies in der Zeit von Peter Surava aus?

Seine ehrliche Art zu kommunizieren war für viele Bundespolitiker störend, denn sein Engagement machte klar, dass Unrecht nicht unbeachtet blieb. Sie sahen Peter Surava als unangenehm und unbequem zu kontrollieren. Er sagte mir und anderen Journalisten in Gesprächen, u.a.: Wer Mut habe, Missstände offen auszusprechen, bewahre die Würde und die Freiheit unserer Gesellschaft. Starke Worte einer unvergesslichen Persönlichkeit. Peter Surava lehrte, dass der Rechtsstaat nicht selbstverständlich ist, sondern etwas, das wir schützen, achten und verteidigen müssen. Politische Kräfte, die den Status quo bewahren wollten, machten ihm das Leben schwer. Er verlor seine Existenzgrundlage als Journalist und das Bundesgericht untersagte ihm den Namen Peter Surava zu tragen.

 

Die Gemeinde Surava rehabilitierte Peter Surava vor 30 Jahren

In meinem Artikel vom 9. Mai 1995 im Bündner Tagblatt zitierte ich: «Der Film ging unter die Haut. Jeder hat gesehen, was Peter Surava durchmachen musste», mitgeteilt vom damaligen Gemeindepräsidenten von Surava, Stefan Engler. Der aktuelle Ständeratspräsident gehörte zu den zentralen Personen, zusammen mit seinen Vorstandskollegen, die sich für die Rehabilitierung Peter Suravas einsetzten. Seine Biografie wurde vom bekannten Regisseur Erich Schmid verfilmt und in den Maitagen 1995 dem Publikum von Surava vorgestellt. Er liess die öffentliche Diskussion über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wieder aufflammen. Das wertvolle Zeitdokument über ein bitteres Kapitel der Schweizer Geschichte wurde an den 30. Solothurner-Filmtagen mit einer Rede der ehemaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss gewürdigt. Der damalige Bundesrat Flavio Cotti empfahl den Film als Unterrichtsmaterial für Schweizer Schulen. 

*1995: leitender Redaktor der La Nova des Bündner Tagblatts.

 
 
 

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