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Vom Juniorenschweizermeister in der Abfahrt, Slalom und Kombination zum Olympiasieger

  • 20. März
  • 3 Min. Lesezeit

Heini Hemmi: Vor 50 Jahren fuhr der Churwaldner zu Olympiagold

 

Von Mario Candreia

 

Als kleiner Bub ging ich in Tiefencastel der Julia und Albula entlang. An einem warmen Sommermorgen blieb ich am Ufer stehen und beobachtete einen jungen Mann mit Bart, der geduldig seine Angel auswarf. Erst nach einer Weile wurde mit bewusst, wem ich da zusah: Es war Heini Hemmi, der Olympiasieger von 1976 im Ski-Riesenslalom in Innsbruck. Fasziniert schaute ich ihm beim Fischen zu und stellte dem sympathischen Churwaldner vorsichtig Fragen, die er ruhig und freundlich beantwortete. Dieser Morgen bleibt mir immer in Erinnerung.

Heini Hemmi ist bei bester Gesundheit, 77, und fährt immer noch viel Ski. Ebenfalls verfolgt er jedes Ski-Weltcuprennen und schaut bei den Albulatalern und Bündner Athleten besonders genau hin.

Er erinnert sich an seine Zeit als Skirennfahrer – es kommt Nostalgie zum Vorschein. Mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht blickt Heini Hemmi voller Stolz auf das Jahr 1977 zurück: er als Sieger in Ebnat-Kappel, direkt vor seinem Bruder Christian. Dieser kam in seiner dreijährigen Laufbahn auf drei Weltcuppodestplätze.

 

Vor 50 Jahren Olympiasieger in Innsbruck

Als Junioren-Schweizermeister in der Abfahrt, im Slalom und in der Kombination war sein Talent rasch spürbar. Sein Einzelweltcupdebut gab Heini Hemmi im 1969. Was kaum jemand weiss: sein bestes Abfahrts-Weltcup-Ergebnis war der 14. Rang in St. Moritz, im Slalom Position 5. Sein Stern ging im Riesenslalom auf: «Vor der Olympiade in Innsbruck gewann ich kein Weltcuprennen.»  Bis zu seinem Rücktritt nach der Saison 1978/79 waren es total 13 Podestplätze im Ski-Weltcup (4/7/2) und der Sieg der World-Series in Amerika. Zu einem seiner grössten Erfolge gehörte bestimmt der Gesamtsieg im Riesenslalomweltcup 1976/77, aber «zu meinen Karrierehöhepunkten zähle ich den Olympiasieg und das Podest im Weltcup, zusammen mit meinem Bruder».  

Innsbruck feiert aktuell seine Helden aus den Olympischen Spielen 1976: «Die «Walk of Fame» in der Innsbrucker Innenstadt lädt dazu ein, die Sterne der Medaillengewinner und Gewinnerinnen der Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck zu bestaunen», beschreibt die Stadt Innsbruck diesen Event: mit Olympiasieger und Weltmeister Heini Hemmi. Die olympische Geschichte der Stadt Innsbruck kann vom «Bozner Platz» mit der aktuellen Olympia-Fotoausstellung über die «Meraner Strasse» und der «Maria-Theresien-Strasse» bestaunt werden. Unvergessen im 1976 der Abfahrtssieg von Frank Klammer vor Bernhard Russi.

An der Weltmeisterschaft von 1978 in Garmisch-Partenkirchen verpasste Heini Hemmis als vierter im Riesenslalom eine Medaille ganz knapp. In Gröden 1970 erreichte er im Slalom an der WM den 11. Rang.


Heini Hemmi: «Ich fiebere am Fernsehen mit»

Für den Hobbyskifahrer sei es heute mit den Carving-Skis viel einfacher Ski zu fahren als noch zu seiner Zeit, sagt Olympiasieger Heini Hemmi. Mit dem Material vor 50 Jahren als Weltcupfahrer war es oft ein «Murks», denn «am Ende der Kurve hatten wir viel weniger Tempo.» Die Konsequenz: «Wir mussten wieder Tempo aufnehmen.» Einen direkten Vergleich zwischen früher und heute zu ziehen, wäre nicht korrekt, sagt der Churwaldner. Er habe damals viel und hart trainiert, doch die Skirennen von heute seien für die Zuschauer schöner anzuschauen.

Von den Leistungen des «Heidner» Skirennfahrers Stefan Rogentin ist Hemmi begeistert, aber «er brauchte lange Zeit, bis er seine Fähigkeiten in Top-Resultante umsetzen konnte.» Skifahren sei eine Kopfsache.

Den Tiefencastlern Sandro und Livio Simonet, aber auch Fadri Janutin, macht er Mut. «Auch ich war ein Mal in einer Abstiegsspirale, konnte mich dann aber wieder auffangen», so Heini Hemmi. Es fehle bei allen drei Skirennfahrern nicht viel: «Dass sie es können, haben sie bewiesen.» Der erfolgreiche und ehemalige Skirennfahrer Hemmi moniert das System. Es könne nicht sein, dass «ein Sandro Simonet in diesem Jahr im Europacup zu den allerbesten gehört, mit Podestplätzen, muss aber im Weltcup mit der Nummer 65 und aufwärts starten.» Je nach Schnee- und Wetterverhältnisse sei eine Qualifikation für den 2. Lauf «fast ein Ding der Unmöglichkeit».

Abschliessend ermuntert der Olympiasieger, Gesamtweltcupsieger im Riesenslalom, mehrfacher Weltcupsieger und World-Series-Sieger in Amerika, Heini Hemmi, die Gebrüder Simonet und Fadri Janutin sollen ihren Weg konsequent weitergehen, hart trainieren und niemals aufgeben. Wer weiss- vielleicht leuchtet schon bald auch für die drei talentierten Athleten ein Licht des Erfolgs.


 
 
 

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